In der Kita an der Kranichstraße sind Küken geschlüpft

Die Kinder von der Kita Kranichstraße in Neukirchen-Vluyn haben sich im Zuge eines Projektes mit befruchteten Eiern befasst. Nun sind Küken da.

Die niedlichen Küken sind erst vor ein paar Stunden geschlüpft. Ganz anders als auf dem Bauernhof wurden die Kleinen aber nicht etwa von einer Glucke, sondern von einer munteren Schar von Kindern begrüßt. Denn die Küken sind in der städtischen Kita an der Kranichstraße im Rahmen eines Projektes geschlüpft.

Manfred Püplichhuisen, Naturtrainer des Naturschutzbundes (Nabu), hatte die Idee. Und Berthold und Michaela Deselaers mit ihrem Bauernhof bei Geldern halfen gern, die Sache umzusetzen.

Rund 30 befruchtete Eier kamen so samt Brutmaschine in die Kita, fachlich begleitet von Alexandra Ollmann (ebenfalls Landwirtin auf dem Tenwinkelshof an der Krefelder Straße) und dem Naturtrainer. So versorgten die Kinder der Kita die Eier mit allem, was sie brauchten. „Ich war dabei, als die Eier gekommen sind“, berichtet Marc (6). „Jeder durfte ein Ei tragen und in den Brutkasten legen.“

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Dabei hätten er und die übrigen Kinder auch gelernt, dass man die Eier regelmäßig umdrehen, belüften und befeuchten müsse, wenn die Küken sich bei genau 38,4 Grad entwickeln sollten. „Das hat alles ganz schön gedauert“, bekundet Marc. Bis heute, nach 22 Tagen, sich endlich die ersten sechs Küken durch die Eierschalen gepickt hätten. Und: „In ein paar Tagen gehen die Küken zu ihrer Mama. Die kommt nicht, die wartet schon.“

Die Kinder haben ein Lied geprobt

Damit die Hühnchen auch einen würdigen Abschied bekommen, hat Erzieherin Johanna Major schon ‘mal mit den Kindern ein Lied geprobt.

„Das war alles ganz schön aufregend für die Kinder“, berichtet sie. Mit Blick auf die „wartende Mama“: „Auf dem Bauernhof hat man der Glucke die befruchteten Eier für uns weggenommen und das Huhn auf Gipseier gesetzt. In ein paar Tagen bekommt die Glucke dann die Küken aus unserer Kita und kann sie weiter betreuen.“

Einige Wochen lang hat sich in der Kita alles um das Thema Ostern und Hühner gedreht. Gleich zwei Glucken bastelten die Kleinen, beide Henriette genannt. Da entstanden aber auch Hühner-Mobiles, Osterhasen-Nester, Tischschmuck für Teelichter, Ostereier-Bilder und vieles andere. „Auch aus Sachbüchern wurde vorgelesen und alles besprochen“, erzählt Erzieherin Angelika Oppers. „Die Küken-Geschichte haben wir auch nachgespielt, und es wurden Küken-Lieder gesungen.“

Ein Ausflug zum Bauernhof steht an

An diesem Nachmittag geht es obendrein noch zum Bauernhof der Familie Ollmann zum Tenwinkelshof, wo man die Hoftore für die Kita-Kinder gern und regelmäßig öffne, wie Manfred Püplichhuisen schildert. Das Thema Natur nehme in der städtischen Kita Kranichstraße überhaupt einen breiten Raum ein. Regelmäßig besucht der Naturtrainer die Kinder: „Dann reden wir über Dinge, die die Kleinen interessieren. Beispielsweise, was Schneeflocken sind, wieso Herbstlaub bunt ist oder woher der Müll kommt.“

Zum Naturunterricht gehörten auch Ausflüge wie beispielsweise der zur Müllverbrennungsanlage Asdonkshof.

Eine Frage noch an den sechsjährigen Marc, der tatsächlich alles über die Küken und ihren biologischen Werdegang zu berichten wusste: Was er denn wohl später ‘mal werden wolle. „Fußballer“, ist die prompte Antwort.

Quelle: NRZ, Klare Helmes, 01.04.2018